23.–24. FEBRUAR
Die Gerüchte über Janukowytschs Flucht machten weiter die Runde. Niemand wusste etwas Genaues. Dann hieß es, er sei in Donezk, dann wieder in Charkiw, andere sagten, sie hätten gehört, er sei auf der Krim, in einem Konvoi, inkognito. Politiker verschwanden, flohen, tauchten unter, wurden aufgehalten oder geschützt. Aus Moskau kam inzwischen das vertraute Lied, nur lauter und schriller: Putsch, Nazis, Faschisten, alles Russische sei bedroht.
Wir spürten, dass es so nicht war. Janukowytsch war geflohen. Das Parlament in Kiew hatte abgestimmt, und selbst Abgeordnete seiner eigenen Partei hatten sich von ihm abgewandt. Turtschynow übernahm vorläufig die Amtsgeschäfte des Präsidenten. Im Westen sprach man bereits von einer Revolution, aus Moskau hörten wir Staatsstreich. Und wir saßen auf der Krim dazwischen.
Hier blieb der Jubel ohnehin verhalten. Die Halbinsel war schließlich eine Hochburg der Partei der Regionen gewesen, der Partei Janukowytschs. So wie Donezk. So wie Jenakijewe, seine Heimatstadt. Hier hatte er seine stärksten Wahlergebnisse erzielt, hier saßen seine Leute in Politik und Verwaltung. Nun wurden seine Anhänger stiller. Manche zogen sich zurück, andere fragten plötzlich, was jetzt aus ihnen werden würde, was in Kiew geschehen und vor allem, was das alles für die Krim bedeuten würde. Aber die meisten Menschen, denen wir begegneten, wirkten vor allem erleichtert. Erleichtert, dass das Töten aufgehört hatte, dass diese furchtbaren Tage vielleicht endlich vorbei waren. Selbst Menschen, die mit dem Maidan wenig anfangen konnten, schienen froh darüber, dass Janukowytsch weg war. Es war kein Jubel wie in Kiew, eher ein Aufatmen, als hätten wir für einen Moment geglaubt, das Schlimmste liege hinter uns.
Doch gleichzeitig kamen immer mehr Nachrichten, die nicht dazu passten. Das Telefon klingelte, dann kam eine SMS, Natascha las etwas auf ihrem Handy, im Fernsehen lief wieder etwas anderes. Besonders über die krimtatarischen Sender und einige lokale Medien erfuhren wir von Dingen, die im russischen Fernsehen kaum vorkamen oder völlig anders dargestellt wurden. In Sewastopol waren Tausende auf der Straße. Zuerst verstand ich nicht einmal, worum es genau ging, dann fiel ein Name: Alexej Tschaly, ein russischer Unternehmer. Auf einer Kundgebung hätten sie ihn zum Bürgermeister erklärt.
„Wie zum Bürgermeister erklärt?“, fragte ich.
Natascha zuckte mit den Schultern. Einfach erklärt. Keine Wahl, keine Abstimmung im üblichen Sinn. Eine Menschenmenge hatte entschieden, und plötzlich hatte Sewastopol einen Mann an der Spitze, den Kiew nicht eingesetzt hatte.
Kurz darauf die nächste Meldung. Nalywajtschenko sei auf der Krim, Arsen Awakow ebenfalls. Aus Kiew geschickt. Sicherheitsdienst, Innenministerium. Sie seien wegen Janukowytsch hier, hieß es, oder wegen der Lage, vielleicht wegen beidem. Niemand wusste es genau. Dann kam eine Nachricht aus der Gegend von Aluschta. Im Dorf Prywitne hätten Unbekannte ein Lenin-Denkmal gestürzt. Ausgerechnet jetzt. Was irgendwo sonst in der Ukraine vielleicht nur ein weiteres gestürztes Denkmal gewesen wäre, bekam auf der Krim sofort eine andere Bedeutung. Kaum war die Nachricht da, folgte schon die Deutung: Jetzt kommen sie auch zu uns. Jetzt reißen sie unsere Denkmäler nieder. Jetzt nehmen sie uns unsere Geschichte.
Gleichzeitig sahen wir völlig andere Bilder. In Jalta, Jewpatorija und hier in Simferopol gedachten Menschen der in Kiew Getöteten. Blumen, Kerzen, ukrainische Fahnen. Keine Nazis, keine marodierenden Banden, sondern Menschen, die um Menschen trauerten. Besonders aufmerksam verfolgten wir die krimtatarischen Medien. Dort wurde an diesem Tag auch Noman Çelebicihan gedacht. Krimtataren versammelten sich, Aktivisten des Krim-Maidan kamen dazu, sogar Ultras von Tawrija Simferopol. Irgendwann hörten wir, dass auf der Kundgebung gefordert worden sei, auch das Lenin-Denkmal auf dem zentralen Platz von Simferopol zu entfernen.
„Das gibt Ärger“, sagte Natascha.
Mehr brauchte sie nicht zu sagen. Dieses Lenin-Denkmal war nicht irgendein Denkmal. Es stand mitten im Zentrum der Hauptstadt der Krim. Wer es infrage stellte, fasste für viele nicht einfach Bronze an, sondern etwas, das zu ihrer eigenen Vorstellung von Geschichte und Zugehörigkeit gehörte.
Bei unseren Spaziergängen fiel mir gleichzeitig etwas anderes auf. Immer häufiger sah ich Männer, manchmal auch Frauen, mit Orden. Sie suchten einander, standen in kleinen Gruppen zusammen, die Brust voller Metall, Zeichen einer anderen Zeit, nicht privat getragen, sondern demonstrativ vorgezeigt. Man kannte solche Menschen vom 9. Mai, von den jährlichen Paraden. Manche glaubte ich sogar aus dem Fernsehen zu kennen, neben Politikern, vor Fahnen, steif lächelnd. Jetzt standen sie hier auf den Straßen von Simferopol. Wer genauer hinsah, merkte allerdings, dass manches nicht stimmte. Einige trugen so viele Auszeichnungen, dass ich mich fragte, woher sie alle stammen sollten, andere saßen an Stellen, an die sie nicht gehörten. Es wirkte auf mich zunehmend weniger wie Erinnerung und mehr wie Inszenierung.
Und dann waren da die Kosaken. Russische Kosaken auf der Krim, mit ihren Uniformen, Fahnen, orthodoxen Symbolen und Orden. Auch sie kannte man von Veranstaltungen und aus dem Fernsehen, aber nun standen sie plötzlich hier. Ich musste an die Geschichte dieses Wortes denken, an den freien Mann, den Grenzgänger, an Menschen, die sich einst der Herrschaft entzogen hatten. Davon war nicht viel übrig. Was ich vor mir sah, wirkte eher wie eine sorgfältig gepflegte Erinnerung an das Imperium. Orden als Würde, Kosaken als Tradition, Fahnen als Zugehörigkeit. Man musste dazu gar nicht viel sagen. Es genügte, sie sehen zu lassen.
Was tun die hier, fragte ich mich. Was wollen sie?
Später, beim Spaziergang mit unserem Hund, fiel mir noch etwas auf. Kleine Gruppen standen vor Minibussen oder an Straßenecken. Geldscheine wechselten die Hände, jemand hatte Listen, Namen wurden abgehakt. Nie besonders viele Menschen, vielleicht zehn oder fünfzehn, fast immer Männer, eng beisammen, die Rücken nach außen. Ich ging nicht näher hin. Irgendetwas daran sagte mir, dass ich dort nichts verloren hatte. Als ich Natascha davon erzählte, nickte sie nur.
„Das brodelt“, sagte sie. „Größer, als es auf unseren Tisch passt.“
Damals wusste ich nicht, was genau ich gesehen hatte. Erst später fügte sich manches zusammen. Menschen wurden organisiert, Gruppen zusammengebracht, Fahnen und Plakate lagen offenbar nicht immer zufällig bereit. Aber an diesem Tag sah ich nur einzelne Bilder: einen Kleinbus, Männer, eine Liste, Geld, das von einer Hand in eine andere wechselte. Zu Hause kochte Babuschka wieder, als ließe sich mit Borschtsch etwas zusammenhalten, das draußen auseinanderdriftete. Die Kinder spürten unsere Unruhe. Sie waren zwölf und acht. Sie wussten nicht, was geschah, aber Kinder brauchen keine Nachrichten, um zu merken, dass Erwachsene Angst bekommen.
Dann rief Aleksander an. Wir kannten ihn gut, wir waren ihm nahe, und er war keiner, der wegen irgendeines Gerüchts anrief. Er erzählte mir mehr, als ich erwartet hatte. Schon seit Wochen, sagte er, beobachte er Dinge, die ihm nicht gefielen. Lastwagen ohne Kennzeichen, bewaffnete Männer, Leute, die nicht erkennen ließen, wohin sie gehörten. Dazu russische Kosaken und Gruppen, die sich als Selbstverteidigung bezeichneten.
„Seitdem kippt die Stimmung“, sagte er leise. „Ja, das Land selbst. Die Lage hier wird von Tag zu Tag instabiler.“
„Militär?“, fragte ich.
Das Wort kam mir selbst übertrieben vor. „Das kann doch nur kurz dauern. Irgendein Einsatz.“
Natascha saß neben mir und hörte mit. Sie wurde kreidebleich. Wir kannten Aleksander und wussten, dass er keiner war, der Dinge größer machte, als sie waren. Wenn er so mit uns sprach, mussten wir es ernst nehmen.
Noch am selben Tag hörten wir immer häufiger dieses Wort: Selbstverteidigung. Zunächst klang es beinahe harmlos. Freiwillige, hieß es, Bürger, die für Ordnung sorgen wollten. Dann wurden es mehr. Männer mit Armbinden standen an Straßenecken, manche in alten Uniformteilen, andere in Sportjacken. Niemand konnte uns sagen, wer sie befehligte. Und ihre Hände waren nicht immer leer.
Dann kamen die Bilder von den Berkut-Leuten, die aus Kiew auf die Krim zurückkehrten. Müde Gesichter, Uniformen, Männer, die noch wenige Tage zuvor auf dem Maidan gestanden hatten. Nun waren sie wieder hier. Aber sie kamen nicht wie Männer zurück, deren Einheit nach den Gewalttaten aufgelöst worden war. Sie wurden empfangen. Mit Blumen und Ikonen. Menschen umarmten sie, Frauen weinten. Eine ältere Frau nannte sie Helden. Ich starrte auf den Bildschirm. Noch wenige Tage zuvor hatten wir gesehen, was in Kiew geschehen war, und jetzt standen dieselben Uniformen hier zwischen Blumen.
Mit ihrer Rückkehr veränderte sich etwas. Zumindest empfand ich es so. Die Stimmung war nicht mehr nur unsicher, sie begann sich zu sammeln. Und ständig klingelte irgendein Telefon. An den Zufahrten nach Sewastopol seien Straßensperren errichtet worden, hieß es. Dann hörten wir von Kontrollposten, später auch von Sperren an Straßen Richtung Simferopol.
„Wovor schützen die sich?“, fragte ich.
Niemand konnte es mir sagen. Antworten gab es trotzdem überall. Kiew schicke Nationalisten auf die Krim. Der Rechte Sektor sei unterwegs. Busse voller Bewaffneter kämen aus der Westukraine. Die Krim müsse sich verteidigen. Russland müsse helfen. Man werde sich abspalten. Man werde Russland um Schutz bitten. Die Krim werde heimgeholt. Die Gerüchte schossen herum wie Kurse an der Börse. Keiner wusste etwas, und jeder wusste alles.
Und immer häufiger tauchten Namen auf, die wir kannten, aber bis dahin kaum ernst genommen hatten. Aksjonow. Konstantinow. Leute, die gestern noch Figuren der lokalen Politik gewesen waren, standen plötzlich im Mittelpunkt von etwas, dessen Dimension wir nicht verstanden. In Sewastopol hatte eine Menschenmenge bereits ihren eigenen Bürgermeister ausgerufen. In Simferopol entstanden Selbstverteidigungseinheiten. Straßensperren wurden aufgebaut. Kosaken tauchten auf. Auf der einen Seite wurde vor ukrainischen Faschisten gewarnt, auf der anderen gedachten Krimtataren und proukrainische Aktivisten der Toten des Maidan.
Und trotzdem funktionierte der Alltag noch. Die Geschäfte waren offen, die Busse fuhren, Menschen gingen zur Arbeit. Wir gingen mit dem Hund hinaus, kauften ein, kümmerten uns um die Kinder. Eigentlich war alles noch da. Nur diese Selbstverständlichkeit, mit der man am Morgen davon ausgeht, dass am Abend dieselbe Welt existieren wird, begann zu verschwinden.
Das Telefon klingelte. Eine SMS kam. Natascha rief aus dem Nebenzimmer: „Komm einmal. Du musst dir das ansehen.“
Und jedes Mal ging ich hin.
Denn inzwischen konnte jede dieser Nachrichten bedeuten, dass sich draußen wieder etwas verändert hatte.
25. FEBRUAR
Mir ging es schlecht. Mein Magen streikte, etwas Fieber hatte ich auch. Ich blieb die meiste Zeit im Bett, das Telefon neben mir. Abschalten wollte ich es nicht. Immer wieder vibrierte es, kam eine Nachricht, eine SMS, irgendjemand rief an. Manchmal überwand ich mich, stand auf und ging zum Computer. Ich setzte mich hin, las, was gemeldet wurde, klickte mich durch die lokalen Seiten, sah bei den krimtatarischen Medien nach, was sie berichteten, dann wieder bei den russischen. Es waren inzwischen fast zwei verschiedene Wirklichkeiten.
Und irgendwann begann ich, Screenshots zu machen.
Warum, wusste ich selbst nicht genau. Für später vielleicht. Für was weiß ich. Ich speicherte Meldungen, Bilder, Überschriften, Aussagen. Vielleicht wollte ich sie mir am nächsten Tag noch einmal in Ruhe ansehen. Vielleicht war da aber auch schon dieses Gefühl, dass von dem, was gerade geschah, irgendwann verschiedene Geschichten erzählt werden würden. Dass Meldungen verschwinden, Aussagen verändert und Dinge später ganz anders dargestellt werden könnten.
Also drückte ich auf Speichern und legte mich wieder hin.
Eine der Meldungen, die an diesem Tag herumgingen, betraf einen sogenannten „Brief der Fünfzehn“. Journalisten, Wissenschaftler und Hochschullehrer hatten ihn unterschrieben. Natascha las darüber, ich stand irgendwann wieder auf und suchte selbst danach. Es ging nicht mehr nur um Kritik an Kiew oder darum, der Krim mehr Rechte zu geben. Da wurde bereits darüber gesprochen, wie sich die Halbinsel von der Ukraine lösen könnte.
Das irritierte mich. Noch vor wenigen Tagen war es um Janukowytsch gegangen, um den Maidan, um die Toten in Kiew und um eine Regierung, die zusammenbrach. Und jetzt wurde hier plötzlich darüber gesprochen, ob die Krim überhaupt noch zur Ukraine gehören sollte.
Gleichzeitig kam eine völlig andere Stimme. Klyment, der Erzbischof von Simferopol und der Krim der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats, rief die politische Führung zu Gesprächen auf. Ein runder Tisch sollte her, eine Aussöhnung, bevor die Lage völlig außer Kontrolle geriet.
Ich machte auch davon einen Screenshot.
Dann kamen die Meldungen vom Parlament. Vor dem Obersten Rat der Krim hatten sich prorussische Aktivisten versammelt. Sie blockierten das Gebäude, verlangten eine außerordentliche Sitzung und ein Referendum über den Status der Krim. Russische Fahnen waren zu sehen. Gleichzeitig wurde gefordert, das ukrainische Staatswappen vom Parlamentsgebäude zu entfernen.
Ich saß vor dem Bildschirm und las es noch einmal.
Referendum.
Das Wort war plötzlich überall.
Und ausgerechnet an diesem Tag waren auch Abgeordnete der russischen Staatsduma in Simferopol. Wieder eine Meldung, wieder ein Name: Leonid Sluzki. Vorsitzender des Duma-Ausschusses für die Beziehungen zu den ehemaligen Sowjetrepubliken. Er war mit einer Delegation auf die Krim gekommen.
Ich wusste zunächst nicht, was ich davon halten sollte. Russische Politiker auf der Krim waren nichts völlig Ungewöhnliches. Die Verbindungen waren eng, gerade nach Sewastopol und zur Schwarzmeerflotte. Aber was Sluzki sagte, ließ mich aufhorchen. Russland werde die russischsprachigen Menschen nicht im Stich lassen. Von Unterstützung war die Rede, von russischen Pässen, und davon, dass Moskau reagieren werde, sollte die Krim ein Referendum abhalten oder sich mit einem entsprechenden Wunsch an Russland wenden.
Ich machte wieder einen Screenshot.
Das war merkwürdig. Vor dem Parlament in Simferopol forderten Menschen ein Referendum, und gleichzeitig saßen russische Abgeordnete auf der Krim und erklärten, was Russland tun würde, wenn ein solches Referendum käme.
Ich sah darin noch keinen fertigen Plan. Vielleicht wollte ich ihn auch nicht sehen. Es waren für mich einzelne Meldungen, die irgendwie zusammengehörten und doch noch kein Ganzes ergaben.
Dann legte ich mich wieder hin.
Später kam die nächste Nachricht, diesmal aus Sewastopol. Beim sogenannten Haus Moskau sei ein Schützenpanzer aufgetaucht. Ich stand noch einmal auf, ging zum Computer und suchte danach. Tatsächlich gab es Bilder und Meldungen. Russische Militärfahrzeuge waren durch das Zentrum von Sewastopol gefahren, eines davon zum Haus Moskau.
Die Schwarzmeerflotte ließ erklären, einzelne Fahrzeuge würden im Rahmen von Antiterrormaßnahmen verlegt. Russische Einrichtungen müssten besser geschützt werden.
Antiterror.
Ich las das Wort mehrmals.
„Vor wem?“, fragte ich.
Natascha wusste es auch nicht.
Welche Terroristen? Was war geschehen, das plötzlich einen Schützenpanzer vor einem russischen Gebäude erforderlich machte?
Vielleicht war es tatsächlich nur eine Sicherheitsmaßnahme. Das sagte ich mir jedenfalls. In Sewastopol lag die russische Schwarzmeerflotte. Russische Soldaten, Kasernen und Militärfahrzeuge gehörten dort seit Jahren zum Stadtbild. Wir kannten das. Ein russisches Militärfahrzeug in Sewastopol bedeutete noch lange keinen Krieg.
Und trotzdem machte ich einen Screenshot.
Das war eigentlich das Merkwürdige an diesem Tag. Mein Verstand suchte für alles noch eine vernünftige Erklärung, während meine Hand bereits begann, die Dinge festzuhalten.
Ich legte mich wieder ins Bett, zog die Decke hoch und nahm das Telefon zu mir. Das Fieber machte mich müde, der Magen tat weh, und eigentlich wollte ich nur schlafen. Aber dann vibrierte das Telefon wieder. Eine Nachricht. Dann noch eine.
Irgendwann begriff ich, dass ich an diesem Tag mehr Screenshots gemacht hatte als jemals zuvor.
Damals dachte ich, ich würde Nachrichten speichern.
Erst viel später wurde mir klar, dass ich begonnen hatte, eine Chronologie anzulegen.